Eine Demenzerkrankung verändert nicht nur das Leben der betroffenen Person. Auch für Angehörige entstehen neue Aufgaben, Sorgen und Entscheidungen. Tätigkeiten, die früher selbstverständlich waren, werden zunehmend schwieriger. Termine werden vergessen, Mahlzeiten nicht mehr regelmäßig eingenommen und vertraute Abläufe verlieren ihre Orientierung gebende Wirkung.
Viele Familien wünschen sich, dass ihr Angehöriger trotz Demenz weiterhin in seiner vertrauten Umgebung leben kann. Eine sogenannte 24-Stunden-Betreuung bei Demenz kann dabei helfen, den Alltag zu strukturieren, Sicherheit zu vermitteln und Angehörige spürbar zu entlasten.
Die Kolba-med-Agentur vermittelt polnische Betreuungskräfte für Menschen, die Unterstützung im eigenen Zuhause benötigen. Sabina Kolba begleitet Familien persönlich – von der ersten Beratung über die Auswahl einer geeigneten Betreuungskraft bis während der laufenden Betreuung.
Wann ist eine Betreuung zu Hause bei Demenz sinnvoll?
Für Menschen mit Demenz kann die eigene Wohnung ein wichtiger Orientierungspunkt sein. Vertraute Möbel, persönliche Gegenstände, bekannte Wege und gleichbleibende Tagesabläufe können Sicherheit geben. Ein Umzug in eine fremde Umgebung ist dagegen häufig mit zusätzlichem Stress verbunden.
Eine häusliche Betreuung kann infrage kommen, wenn die betroffene Person beispielsweise:
- bei der Körperpflege und beim Ankleiden Unterstützung benötigt,
- Mahlzeiten oder ausreichendes Trinken vergisst,
- sich zeitlich oder räumlich nur noch schwer orientieren kann,
- bei alltäglichen Aufgaben Anleitung benötigt,
- nicht mehr längere Zeit allein bleiben sollte,
- unter Unruhe, Ängsten oder Stimmungsschwankungen leidet,
- nachts gelegentlich aufsteht und Orientierung benötigt,
- im Haushalt nicht mehr selbstständig zurechtkommt oder
- regelmäßige Ansprache und Gesellschaft braucht.
Ob eine Betreuungskraft im Haushalt ausreicht, hängt immer von der persönlichen Situation ab. Bei einem hohen medizinischen oder pflegerischen Bedarf kann zusätzlich ein ambulanter Pflegedienst erforderlich sein.
Welche Aufgaben übernimmt eine Betreuungskraft?
Bei einer Demenzerkrankung ist nicht nur praktische Hilfe wichtig. Ebenso bedeutsam sind Geduld, Ruhe und ein möglichst verlässlicher Tagesablauf. Eine geeignete Betreuungskraft unterstützt die betroffene Person, ohne ihr unnötig viele Entscheidungen und Fähigkeiten abzunehmen.
Zu den möglichen Aufgaben gehören:
- Unterstützung beim Aufstehen und Zubettgehen,
- Hilfe bei der Körperpflege und beim Ankleiden,
- Zubereitung regelmäßiger Mahlzeiten,
- Erinnerung an Essen und Trinken,
- Begleitung zur Toilette und Unterstützung bei der Mobilität,
- Haushaltsführung, Wäsche und Reinigung,
- Begleitung bei Spaziergängen und zu Arztterminen,
- gemeinsame Beschäftigungen und persönliche Ansprache,
- Einkäufe und alltägliche Besorgungen sowie
- Orientierung im Tagesablauf und Erinnerung an vereinbarte Medikamentenzeiten.
Die konkreten Aufgaben werden vor Beginn der Betreuung möglichst genau besprochen. Dadurch kann gezielt nach einer Betreuungskraft gesucht werden, deren Erfahrung und persönliche Eigenschaften zur Situation passen. Eine Übersicht finden Sie auch unter Aufgaben und Grenzen der Betreuungskraft.
Vertraute Abläufe geben Orientierung
Menschen mit Demenz können neue Informationen häufig nur schwer verarbeiten. Wiederkehrende Abläufe sind deshalb besonders hilfreich. Regelmäßige Essenszeiten, feste Ruhephasen, vertraute Spazierwege oder kleine tägliche Rituale können den Alltag übersichtlicher machen.
Eine Betreuungskraft kann dabei helfen, diese Struktur aufrechtzuerhalten. Sie erinnert ruhig an die nächsten Schritte und begleitet die betroffene Person durch den Tag. Dabei geht es nicht darum, jede Tätigkeit zu kontrollieren. Ziel ist es, vorhandene Fähigkeiten möglichst lange zu erhalten und Unterstützung dort anzubieten, wo sie tatsächlich benötigt wird.
Unruhe und Orientierungslosigkeit bei Demenz
Unruhe kann viele Ursachen haben. Manchmal sucht die betroffene Person nach einem Gegenstand, möchte zu einem früheren Wohnort zurückkehren oder glaubt, einen Termin wahrnehmen zu müssen. Auch Schmerzen, Hunger, Durst, Müdigkeit oder eine ungewohnte Situation können zu Unruhe führen.
Eine erfahrene Betreuungskraft versucht zunächst, die Situation ruhig zu erfassen. Vertraute Tätigkeiten, ein Gespräch, ein Getränk oder ein kurzer Spaziergang können in manchen Fällen helfen. Konfrontationen und lange Erklärungen sind häufig weniger hilfreich als ein ruhiger, wertschätzender Umgang.
Bei starker Weglauftendenz, häufigen Gefahrensituationen oder aggressivem Verhalten muss vor der Vermittlung besonders sorgfältig geprüft werden, ob die häusliche Betreuung sicher organisiert werden kann. Solche Angaben sollten im Fragebogen offen beschrieben werden.
Was bedeutet „24-Stunden-Betreuung“?
Der Begriff „24-Stunden-Betreuung“ ist eine verbreitete Bezeichnung für eine Betreuungskraft, die vorübergehend im Haushalt der betreuten Person wohnt. Er bedeutet jedoch nicht, dass eine Person rund um die Uhr ohne Unterbrechung arbeitet.
Auch eine im Haushalt lebende Betreuungskraft benötigt regelmäßige Pausen, ausreichende Ruhezeiten, Nachtruhe, Freizeit und eine persönliche Rückzugsmöglichkeit. Wenn eine betreute Person mehrmals pro Nacht Hilfe benötigt, muss dies vor Beginn der Betreuung angegeben werden. Häufige nächtliche Einsätze können nicht selbstverständlich von einer einzelnen Betreuungskraft übernommen werden. Je nach Situation können eine zusätzliche Entlastung, eine andere Organisation oder weitere professionelle Dienste notwendig sein.
Was darf eine Betreuungskraft nicht übernehmen?
Eine Betreuungskraft unterstützt im Alltag und bei der Grundversorgung. Sie ersetzt jedoch keine medizinische Fachkraft und keinen ambulanten Pflegedienst.
- Injektionen,
- Wundversorgung,
- medizinische Behandlungspflege,
- eigenständige Veränderung von Medikamenten,
- medizinische Beurteilung von Beschwerden und
- ärztlich angeordnete Fachpflege ohne entsprechende Qualifikation
gehören normalerweise nicht zu ihren Aufgaben. Die Betreuungskraft kann an vereinbarte Medikamentenzeiten erinnern. Die Vorbereitung und medizinische Kontrolle der Medikamente sollte durch Angehörige, einen Pflegedienst, eine Apotheke oder eine andere verantwortliche Fachperson organisiert werden.
Wie wird eine passende Betreuungskraft ausgewählt?
Bei einer Demenzerkrankung ist die persönliche Eignung besonders wichtig. Nicht jede Betreuungskraft passt zu jeder Familie. Deshalb werden vor der Suche möglichst genaue Informationen über die Betreuungssituation benötigt.
Berücksichtigt werden unter anderem das Stadium und die Auswirkungen der Demenzerkrankung, die Mobilität, der Hilfebedarf bei der Körperpflege, das Verhalten am Tag und in der Nacht, eine mögliche Weglauftendenz, gewünschte Deutschkenntnisse, Erfahrungen mit Demenz, die Aufgaben im Haushalt und die Wohnsituation.
Neben der Erfahrung spielen Geduld, Einfühlungsvermögen und die Art der Kommunikation eine wichtige Rolle. Sabina Kolba bespricht die Situation persönlich mit der Familie und begleitet die Auswahl der Betreuungskraft.
Voraussetzungen im Haushalt
Da die Betreuungskraft für die Dauer ihres Einsatzes im Haushalt lebt, benötigt sie ein eigenes Zimmer. Dieses sollte abschließbar sein und eine Möglichkeit zum ungestörten Rückzug bieten. Ein Internetzugang ist ebenfalls wichtig, damit die Betreuungskraft mit ihrer Familie in Kontakt bleiben kann.
Auch die Aufgaben, Pausen und Erwartungen sollten von Anfang an offen besprochen werden. Klare Vereinbarungen erleichtern das Zusammenleben und helfen, Missverständnisse zu vermeiden.
Kosten der Demenzbetreuung zu Hause
Die häusliche Betreuung beginnt bei Kolba-med derzeit ab 3.000 € monatlich. Der konkrete Preis hängt von der Betreuungssituation und den Anforderungen an die Betreuungskraft ab. Einfluss haben beispielsweise der Umfang der Unterstützung, Mobilität und Pflegebedarf, nächtlicher Hilfebedarf, gewünschte Deutschkenntnisse, besondere Erfahrungen der Betreuungskraft und die Anzahl der zu betreuenden Personen.
Zusätzlich werden die Reisekosten der Betreuungskraft berechnet. Ein verbindliches Angebot kann erstellt werden, nachdem der ausgefüllte Fragebogen ausgewertet und der Bedarf persönlich besprochen wurde. Weitere Informationen finden Sie unter Kosten der 24-Stunden-Betreuung.
Pflegegrad, Pflegegeld und Finanzierung
Menschen mit Demenz können abhängig vom Grad ihrer Selbstständigkeit einen Pflegegrad erhalten. Entscheidend ist nicht allein die Diagnose, sondern wie stark die Person im täglichen Leben eingeschränkt ist.
Je nach Pflegegrad können Pflegegeld, der Entlastungsbetrag oder weitere Leistungen zur Verfügung stehen. Diese Leistungen können die Kosten einer häuslichen Betreuung teilweise ausgleichen. Die vollständige Finanzierung einer Betreuungskraft durch die Pflegekasse ist normalerweise nicht vorgesehen. Aktuelle Informationen finden Sie unter Pflegegeld und Finanzierung der häuslichen Betreuung 2026.
So läuft die Vermittlung ab
Am Anfang steht ein ausführlicher Fragebogen. Darin werden die Betreuungssituation, die gesundheitlichen Einschränkungen, der Tagesablauf und die Erwartungen der Familie erfasst.
- Sie füllen den unverbindlichen Fragebogen aus.
- Sabina Kolba bespricht offene Fragen persönlich mit Ihnen.
- Der Betreuungsbedarf und die gewünschten Voraussetzungen werden ausgewertet.
- Es wird nach einer geeigneten Betreuungskraft gesucht.
- Sie erhalten einen konkreten Vorschlag und ein individuelles Angebot.
- Nach Ihrer Zustimmung wird die Anreise organisiert.
- Sabina Kolba bleibt auch während der Betreuung Ihre Ansprechpartnerin.
Sollte die Zusammenarbeit menschlich oder organisatorisch nicht passen, wird die Situation gemeinsam besprochen und nach einer geeigneten Lösung gesucht. Den gesamten Ablauf erklären wir unter Vermittlung Schritt für Schritt.
Häufige Fragen zur Betreuung bei Demenz
Kann eine Betreuungskraft nachts helfen?
Gelegentliche Hilfe in der Nacht kann nach vorheriger Absprache möglich sein. Regelmäßige oder mehrfache nächtliche Einsätze müssen genau angegeben werden, da die Betreuungskraft Anspruch auf ausreichende Ruhezeiten hat.
Ist eine Betreuung bei Weglauftendenz möglich?
Das hängt von der Häufigkeit, dem Verhalten und den vorhandenen Sicherheitsrisiken ab. Eine Betreuungskraft kann keine geschlossene oder durchgehende Beaufsichtigung garantieren. Die Situation muss deshalb vor der Vermittlung individuell geprüft werden.
Muss die Betreuungskraft Erfahrung mit Demenz haben?
Bei deutlicher Desorientierung, Unruhe oder verändertem Verhalten ist entsprechende Erfahrung besonders wichtig. Der konkrete Bedarf wird bei der Auswahl berücksichtigt.
Kann die Betreuungskraft Medikamente geben?
Sie kann an vorbereitete Medikamente und vereinbarte Einnahmezeiten erinnern. Medizinische Entscheidungen und behandlungspflegerische Tätigkeiten gehören nicht zu ihren regulären Aufgaben.
Was passiert, wenn die Betreuungskraft nicht zur Familie passt?
Eine erfolgreiche Betreuung hängt auch von der persönlichen Beziehung ab. Wenn Schwierigkeiten entstehen, begleitet Sabina Kolba das Gespräch und unterstützt bei der Suche nach einer passenden Lösung.
Wie schnell kann eine Betreuung beginnen?
Das hängt von den Anforderungen, der Verfügbarkeit geeigneter Betreuungskräfte und der Organisation der Anreise ab. Je genauer die Betreuungssituation beschrieben wird, desto gezielter kann gesucht werden.
Persönliche Beratung durch Sabina Kolba
Jede Demenzerkrankung verläuft anders. Deshalb gibt es keine Betreuungslösung, die für alle Familien gleichermaßen geeignet ist. Ein persönliches Gespräch hilft, Erwartungen realistisch einzuordnen und die notwendige Unterstützung zu bestimmen.
Die Kolba-med-Agentur vermittelt seit 2006 Betreuungskräfte für die häusliche 24-Stunden-Betreuung aus Polen. Sabina Kolba begleitet Sie persönlich und bleibt auch während der laufenden Betreuung Ihre Ansprechpartnerin.
Sie möchten wissen, ob eine häusliche Betreuung für Ihre Familie infrage kommt?